Neodym-Magnete und eine Klebepistole?

Zum Aufkleben von Neodym-Magneten kann zwar eine Heißklebepistole verwendet werden, dies ist jedoch nicht die optimale Methode, da der Magnet durch die hohe Temperatur seine Haftkraft verlieren kann.

Wie funktioniert eine Heißklebepistole?

Neodym-Magnete und eine Klebepistole

Die Heißklebepistole erhitzt sich auf über 100 °C. Der Kleber in Form eines festen Sticks löst sich bei solch hohen Temperaturen auf, nachdem er in die Pistole eingebracht wurde. Anschließend regulieren wir die Menge des flüssigen, aber sehr heißen Klebers einfach durch Drücken.

Seien Sie beim Umgang mit Heißkleber sehr vorsichtig. Bei Hautkontakt besteht Verbrennungsgefahr!

Neodym-Magnete und Heißkleber

Die meisten in Klebepistolen verwendeten Klebstoffe haften gut an Neodym-Magneten. Der Nachteil besteht darin, dass Neodym-Magnete bei hohen Temperaturen einen Teil ihrer Haftkraft verlieren. Kleber aus einer Heißklebepistole schmilzt üblicherweise bei Temperaturen um 120 °C. Bei einer Erhitzung über 80 °C verlieren die meisten Neodym-Magnete unwiderruflich ihre Haftkraft. Dies bedeutet jedoch nicht, dass Sie zum Aufkleben von Magneten keine Heißklebepistole verwenden können, denn:

  • Bei einer Erhitzung auf 120 °C verlieren Magnete nur einen Teil ihrer Haftkraft. Damit ein Magnet 100 % seiner Haftkraft verliert, müsste man ihn auf 300 °C erhitzen (diese Temperatur wird als Curie-Temperatur bezeichnet).
  • Magnete, die im Vergleich zur Grundfläche eine große Dicke aufweisen, weisen eine höhere Temperaturbeständigkeit auf. So beginnt beispielsweise ein Neodym-Magnet, Scheibe, 10×10 mm N38 ab einer Temperatur von 140 °C dauerhaft an Haftkraft zu verlieren, obwohl für Neodym-Magnete in der Regel ein Wert von 80 °C angegeben wird.
  • Es gibt spezielle Typen von Neodym-Magneten, die eine erhöhte Temperaturbeständigkeit aufweisen. Einige von ihnen verlieren beim Erhitzen auf 120 °C nicht ihre Haftkraft. In unserem E-Shop finden Sie diese Magnete in der Kategorie Magnete mit hoher Temperaturbeständigkeit.

Weitere Informationen zu den Auswirkungen hoher Temperaturen auf die Haftkraft von Magneten finden Sie im Artikel Hohe und niedrige Temperaturen.

Sie können Neodym-Magnete zwar mit einer Heißklebepistole aufkleben, allerdings besteht dabei die Gefahr, dass der Magnet etwas von seiner Haftkraft verliert.

Wie klebt man Neodym-Magnete?

Sie können aus folgenden Optionen wählen:

Magnetkleber

Zum Kleben von Magneten empfehlen wir UHU Max Repair, UHU Plus Endfest oder BISON METAL LOCK Gewindesicherungskleber:

Wenn Sie die Haftkraft des Klebers maximieren möchten, haben wir einige Tipps für Sie:

  • Reinigen Sie die Magnetoberfläche und die Klebefläche gründlich von eventuell vorhandenem Fett. Dieser Schritt ist der wichtigste von allen. Eine Berührung mit einem fettigen Finger genügt, um die Haftkraft der Verbindung deutlich zu verringern. Fett können Sie mit Isopropylalkohol oder Aceton und einem Tuch entfernen. Die Oberfläche sollte vor dem Aufkleben trocken sein.
  • Beide Flächen aufrauen. Sie können die Oberfläche des Magneten mit Schleifpapier aufrauen oder mit einem Nagel Rillen hineindrücken.
  • Befestigen Sie die Magnete. Während der Kleber trocknet, sollte der Magnet in Richtung der Klebefläche gedrückt werden. Das können Sie erreichen:
    1. Indem Sie den Magneten auf das aufgeklebte Objekt legen. Der Magnet wird durch die Schwerkraft angezogen.
    2. Durch Fixierung mit Klammer, Pin, Schraubstock oder Klebeband.
    3. Indem Sie einen weiteren Magneten oder ein magnetisches Metall auf der gegenüberliegenden Seite platzieren. Stellen Sie sicher, dass der Magnet nicht durch andere Magnete oder Metallgegenstände von der Verbindung weggezogen wird.
  • Befolgen Sie die Anweisungen des Klebstoffherstellers. Bei Klebern liegt meist keine Anleitung zum Magnetkleben bei. Da die Oberfläche der meisten unserer Magnete aus Nickel besteht, können Sie die Hinweise zur Verbindung von Metallen beachten.

Selbstklebende Magnete

Alternativ können Sie auch selbstklebende Magnete verwenden, wie zum Beispiel diese:

Oder sehen Sie sich unser gesamtes Angebot an selbstklebenden Magneten an.

Selbstklebende Magnetfolien und Magnetbänder

Magnetbänder und -folien bestehen aus flexiblem Material, das sich leicht mit einer Schere schneiden lässt. Folien und Bänder sind in unterschiedlichen Stärken erhältlich. Je dicker sie sind, desto größer ist die Magnetkraft pro cm2. Anstatt eines Magneten mit Kleber können auch selbstklebende Magnetbänder/-folien verwendet werden.

Magnetbänder/-folien ziehen sich gegenseitig an und werden auch von Eisen und anderen Metallen angezogen. Das gesamte Sortiment an selbstklebenden Bändern und Folien finden Sie in den Kategorien Magnetische und metallische Bänder sowie Magnetische und eisenhaltige Folien.

Andere Arten von Magneten

Ferrit-, SmCo- und AlNiCo-Magnete lassen sich mit den oben genannten UHU-Klebern verkleben, die Verwendung einer Heißklebepistole ist jedoch ebenfalls bedenkenlos möglich. Erst bei deutlich höheren Temperaturen verlieren diese Magnete dauerhaft an Haftkraft.

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